

18.01.2026
Oberliga: Hart erkämpftes 5:3 gegen Düsseldorfer SK II
In der siebten Runde der Schach-Oberliga empfing der Bochumer SV im Atrium der Stadtwerke die zweite Mannschaft des amtierenden deutschen Meisters Düsseldorfer SK. Die Landeshauptstädter zeigten sich gut erholt von der deutlichen Niederlage im Abstiegsduell mit dem SK Münster vom Vortag. Die erste Partie war nach 75 Minuten beendet: Rafael Friedmann konnte sich am zweiten Brett mit dem thematischen Vorstoß d6-d5 befreien, und nach einer Reihe von Vereinfachungen teilte er die Punkte mit dem aufstrebenden FIDE-Meister Philipp Leon Klaska. Nach knapp zwei Stunden hatte auch Anna Zozulia am achten Brett den Anzugsvorteil ihres Gegners neutralisiert, der mit dem Remis offenbar sein Ziel erreicht hatte. An den übrigen Brettern stellte sich in den nächsten Stunden ein zähes Ringen ein, in der kein Team entscheidende Vorteile verbuchen konnte.
Am vierten Brett zeigte Achim Illner nach seiner Niederlage am Vortag ein stark verbessertes Zeitmanagement und bearbeitete in einem Doppelturmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern die geschwächte Bauernstruktur seines Gegners. Nach vier Stunden gelang es Achim die Stellung für seine Türme zu öffnen und unser Team in Führung zu bringen. Inzwischen hatte Tobas Jugelt aber eine Leichtfigur eingebüßt und suchte vergeblich nach einer Rettung durch Dauerschach: 2:2.
In der fünften Stunde ruhten die Hoffnungen auf unserem jungen Griechen aus Paris. Der internationale Meister Anatole Vlachos demonstrierte nach einer zähen Italienisch-Partie, wie man mit ungleichfarbigen Läufern angreift, und krönte seine Partieführung mit einem Läuferopfer für Königsangriff und zwei verbundene Freibauern. Inzwischen wurde Topscorer Andrej Golovanj für sein geduldiges Pressen belohnt und gewann ein sehr remisverdächtiges Endspiel, nachdem sein ermüdeter Gegner am Ende vergaß sich um einen angegriffenen Läufer zu kümmern. Zur gleichen Zeit konnte Anna Zatonskih ein Remis erreichen, nachdem Sie gegen das Wolga-Gambit Heinrich von Bünaus lange Zeit Druck für einen Bauern aushalten musste. In Zeitnot befreite sie sich mit gleich drei Bauerndurchbrüchen (d6, e5, f5) und hielt so das Gleichgewicht.
Dass Janusz Koscielski die längste Partie des Tages spielte, war lange Zeit nicht absehbar, denn sein Gegner Axel Berndt konnte schon früh mit dem Durchbruch d6-d5 umfangreiche Vereinfachungen erreichen. Janusz spielte einfach immer weiter und versuchte einen entscheidenden Vorteil zu finden, musste aber am Ende in die unvermeidliche Punkteteilung einwilligen und stellte so den 5:3-Endstand sicher.
Mit dem saisonübergreifend 15. Sieg in Folge und dem siebten in dieser Saison verbleibt der Bochumer SV 02 an der Tabellenspitze der Oberliga NRW. Das Überraschungsteam des SF Brackel II bleibt dem Primus aber mit zwei Punkten Rückstand auf den Fersen, zum direkten Duell kommt es erst am Saisonfinale im April. Die nächste Herausforderung steht am 21./22. März in Mülheim an, wenn es gegen SV Mülheim-Nord II und Schlusslicht SF Essen-Katernberg um die nächsten Punkte im Kampf um die NRW-Meisterschaft geht.
Schach-Oberliga: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=olnr
Matthias Kiese
